Einstieg Miniriff – soll ich es wagen?

Meine Antwort, auf nie gestellte Fragen. Das Nano-Riff Aquarium.

Sicher gibt es die ein oder andere Frage die man sich so gar nicht fragen traut, vor allem als Anfänger, oder auch fragen will. Auch wer die Antworten nicht hören will, hier sind die Fragen. Viel Spass!

Ist so ein Meerwasser Minibecken nicht Schweine teuer?

Auf alle Fälle – (eigentlich). Somit wäre eigentlich schon alles gesagt, denn das Becken selber mit der Technik beläuft sich auf mindestens 300,-. Damit dürfte es (leider) bei weiten mehr sein als bei „Standart“ Süsswasser Nanobecken oder einem guten Bildschirmschoner.

Aha. Aber gibt es da nicht bei weiten billigere? So ab 100 Euro!

Tatsächlich habe ich auch schon das ein oder andere Angebot erspähen können. Allerdings sind die Meinungen deren wenigen, die so Schnäppchen Besitzen, wie soll ich das sagen ohne zensiert zu werden, für die Gesäßöffnung. In den meisten Fällen sind „billig“ Angebote auch billig Angebote und müssen teuer bezahlt werden.

Na gut – okay. Ist es wenigstens von den Nebenkosten erträglich? Irgendwas muss ich ja meiner Freundin erzählen!

Ach so, genau! Zwar besitze ich „nur“ das Aquamedic Blenny Nanobecken erst seit ein paar Monaten, aber der Unterhalt meines Beckens ist recht moderat. 7 Watt Srömungspumpe, 27 Watt LED Beleuchtung und evtl. ein paar Watt für den Heizer, ansonsten Futter und eine priese Salz ;-). Es sei den man will Exoten setzen, aber dann sollte man sich über ein „Nicht Einsteiger Becken“ Gedanken machen.

Yeah! aber werden die Korallen etwas unter so einer Beleuchtung, egal jetzt ob LED oder T5?

Sehr gute Frage, man sollte den Besatz, also Korallen, nach der vorhanden Beleuchtung richten. Aber ein paar „Korallerfinger“ oder Euphylien gehen immer – bei mir zumindest ohne größere Probleme und jeder der sich nicht ganz so gut auskennt findet diese auch genial.

Stellvertretend nehme ich einmal die 3 bekanntesten her, das wären natürlich das Dennerle Marinus, das Sera Marin und das AquaMedic Blenny.

Im Fall vom Dennerle setzt man auf bewerte T5 Technologie die in ausreichender Stärke vorhanden ist. Bei Sera ist man recht schwachbrüstig bestückt, so das man immer von Problemen bei Korallen hört. Dort leuchten halt nicht mal ganz 50W auf 130 Liter Meerwasser und das ist grenzwertig (außer vielleicht für die Tiefsee).

Na gut, aber ist die sonstige Technik ausreichend?

Ich verstehe schon worauf ihr hinaus wollt. Nehmen wir eines der bekanntesten Nanobecken, das Dennerle Marinus. Hier kommt nämlich ein neuartiger Filter zum Einsatz, der sich „BioCirculator 4 in 1“ nennt.

Im Grunde genommen ein Oberflächen Absauger der das Oberflächenwasser und das sich darin befindliche Sediment (Nahrung), wieder in das Aquarium pustet. Ausgestattet mit einem zusätzlichen Schwammfilter und einer Art Mutter-für-alles Strömungspumpe, die den ganze „Apparatus“ antreibt.

Trotzdem scheint es für niedere Tiere (Korallen, Einsiedler) ganz gut zu funktionieren. Es soll vor allem sehr leise sein, was für ein Schlaf oder Wohnzimmer immer vom Vorteil ist. Bei Sera hört man in verschiedenen Foren immer wieder das der Abschäumer sehr laut und ein wenig „untermotorisiert“ sein soll. Der Abschäumer meines Aquamedic Blenny hingegen ist für Aquarien bis 250 Liter ausgelegt und relativ erträglich was den Lärmpegel angeht – steht bei mir im Schlafzimmer. Eigentlich ist der Abschäumer nur Schlafzimmeruntauglich durch den sogenannten Silencer, dieser Schalldämpfer macht den Luftbetriebenen Abschäumer gefühlt ein drittel Leiser. Zum Heizstab brauch ich nicht viel erzählen, außer das er beim Dennerle und Sera dabei ist, während man beim Blenny in die Röhre kuckt. Apropos Röhre, den Sera liegt ein 5 Watt UVC-Entkeimer bei.

Ok, verstehe! Wie sieht´s denn mit den Nebenkosten aus wie Salz, Dünger etc.

Ich benutze in Moment das Red Sea Coral pro Meersalz im 10 Kilo Eimer. Der Eimer ist seit beginn an im Einsatz, also schon seit dem Einrichten und noch 1/4 voll. Ansonsten kommt noch 5 Liter Destilliertes Wasser pro Woche hinzu, neben Fischfutter war´s das eigentlich auch schon. Hier würde ich sogar behaupten das auf Dauer das Süsswasser teurer kommt, wenn man sein Becken bepflanzt.

Nun gut, aber muss man nicht „Spezialist“ sein für ein Meerwasserbecken?

Oh, die beste Frage die ich ruhiges Gewissen mit „Nein“ beantworten kann. Wenn man sich hier mein Tagebuch anschaut (ist schon ein quälend langer Text) ist das wichtigste Zeit und nochmals Zeit. Wenn das Becken einmal läuft beschäftigt sich man nur noch mit Wasserwechsel (der auch geringer ausfällt als bei Süsswasser) und Scheiben reinigen. Seit Etablierung des Abschäumers, der ja erst ein paar Jahrzehnte zurückliegt, kann man ein Meerwasserbecken kleinerer Art gut in Balance halten.

Super, dann kann ich losziehen eines kaufen und gleich loslegen!

Nicht so schnell. Bei Dennerle scheint das zu funktionieren, auch ist die Mitgelieferte Anleitung einmal wieder sehr gelungen. Wie es bei den anderen aussieht weiß ich nicht, beim AquaMedic sollte man zumindest ein Internetfähiges Gerät zu Hause haben, den das was Aquamedic eine Anleitung nennt ist höchstens ein schlechter Witz. Fast so als ob man die Beschreibung für ein Ü-Ei gemacht hätte. Allerdings ist das (sehr)gut gemachte Dennerle Pendant eine gute und vor allem kostenlose Alternative für Anfänger. Apropos Dennerle, hier scheint es ja an nichts für den Start zu fehlen – diesbezüglich ein Novum würd ich sagen.

Bei den anderen braucht man mindesten den Bodengrund dazu, in meinem Fall (Blenny) sogar Heizstab.

Na was jetzt, wenn soll ich jetzt mein Geld in Rachen schmeißen?

Als ich mich wochenlang mit dem Thema beschäftigt habe, kamen für mich am Ende nur zwei in Frage, was vor allem meinen Geldbeutel einigermaßen entgegen kam. Hier wäre das Dennerle Marinus in der linken Ecke und das AquaMedic Blenny in der rechten. Ich muss bis heute sagen, das ich für mich noch keinen Eindeutigen Sieger nennen kann. Das Blenny glänzt mit einer für diesen Preis sehr guten Technik, wobei man noch einiges zukaufen muss. Das Dennerle sieht optisch besser aus (meiner Meinung nach, so mit gebogener Scheibe) und hat das mit abstand vollständigste Komplettset. Das Sera kränkelt ein bisschen im Detail, wenn man die BioTop-User glauben darf. Mangelnde Beleuchtung und unausgegorener Abschäumer hat ihn für mich leider auf den dritten (bzw. zweiten da ich ja einen ersten und einen 1,5 Platz habe) verdrängt. Vorteil dürfte das fast doppelte Volumen an Schwimmraum sein.

Ahh, alles Klar! Zum Schluss noch, was hältst du von dem Satz „Für den Einstieg ist ein Süsswasserbecken besser geeignet?“

Nicht viel! Klar Becken, Technik und Tiere sind beim Meerwasser teuerer und oder schwerer zu bekommen. Ansonsten finde ich das Meerwasserbecken vom Pflegeaufwand einfacher als Süsswasser. Hier sei noch bemerkt das das alles eigene und vor allem meine Erfahrungen sind. Bei anderen sieht es vielleicht wieder anders aus. Süßwasser besitze ich schon seitdem ich ein kleiner Bub bin, trotzdem war das Meerwasser eine gänzlich neue Erfahrung. Allerdings machen sich veränderte Parameter im Meerwasser schneller bemerkbar, mal davon abgesehen wenn über Nacht alle Fische Kielaufwärts schwimmen. Als Beispiel die Pflanzen, im Süsswasser muss man diese über Tage wenn nicht Wochen beobachten bis man die richtige Einstellung/Dosierung getroffen hat. Bei den Korallen ist das meistens schon nach ein paar Stunden ersichtlich.

Ok, noch ein paar Links für mich?

Kein Problem!

Noch als kleine Anmerkung:

Für die Richtigkeit der Angaben wird keine Garantie übernommen, auch ist das alles eine höchst Individuelle (nämlich meine) Meinung. Eigene Erfahrungen dürfen gerne in den Comments hinterlegt werden, solange sie nicht beleidigend oder Themen fremd sind.